Sonntag, 5. Januar 2014
Briefkastenleerung
Es gebann alles damit, dass meine Mutter zur Kur musste und da ich während meiner Ausbildung, die ich fern der Heimat unter der Woche genoss, sie in unserer Nachbarin Frau Schubert eine Vertraute sah, die schon lange einen Ersatzschlüssel zur Wohnung hatte und daher bestens geeignet war, Blumen zu versorgen und den Briefkasten in unserer Abwesenheit zu leeren.
Nach dem ersten sturmfreien Wochenende (ich lebte als Scheidungskind alleine mit meiner Ma), brachte mich die angesammelte Post auf dem Esszimmertisch auf einen Gedanken, den ich umsetzen wollte.
Obwohl Frau Schubert bereits im Rentenalter war, verdiente sie sich als Reinigungskraft freitags noch etwas hinzu.
So kam ich am Freitag vor ihr nach Hause und checkte den Briefkasten. Er war noch nicht geleert und ich ließ alles, wie ich es vorfand, damit Frau Schubert einen Grund hatte, unsere Wohnung zu betreten.
Ich wollte mich von ihr "überraschen" lassen und es so einfädeln, dass sie meine Aktion nicht meiner Ma berichtete oder mich zur Rede stellen musste.
Nun gab es zuvor schon mehrere Szenarien, die meine Fantasie beflügelten.
Sie klingelte und schloss auf, um mich dann nackt im Wohnzimmer stehen zu sehen, wenn sie die Post auf dem Esszimmertisch ablegen wollte. Dies wäre aber eine für beide Seiten peinliche Variante gewesen, die Worte zur Klärung nach sich gezogen hätte. Da ich es auch noch lustvoller gestalten wollte, kam diese Version nicht infrage.
Mich stumpf onanierend auf das Sofa zu legen hätte mit Sicherheit eine Beschwerde bei meiner Ma zur Folge gehabt, da das Klingeln mir genügend Zeit gab, mein Tun einzustellen.
Daher lag eine gute Ausrede im Tragen von Kopfhörern. Doch warum sollte man dazu Kopfhörer tragen? Auch das wäre verdächtig. Die Lösung bestand im Anschauen eines Schmuddelfilms, bei dem man nicht möchte, dass die Nachbarn den Ton durch die Wände hören.
Freitag blieb wenig Zeit, um meine Sachen vorzubereiten und dann am Fenster auf Frau Schubert zu warten. Als ich sie ankommen sah, schaltete ich Fernsehen, Video ein und legte mich mit den Kopfhörern aufgesetzt so auf das Sofa, dass ich ihr nicht ins Gesicht sehen konnte. Nur in der Spiegelung des Wohnzimmerschrankbarfaches konnte ich sehen, ob jemand hinter mir in der Tür stand, welche natürlich offen war. Zwischen Flur und Wohnzimmer lag noch das Esszimmer, in dem über eine Stuhllehne meine Anziehsachen abgelegt waren.
Als sie nach einer sehr kurzen Wartezeit nach dem Klingeln aufschloss und meine Sachen sah, rief sie kurz meinen Namen, betrat aber dennoch die Wohnung, um die Post abzulegen. In der Spiegelung erkannte ich, dass sie mich sah und ich genoss ihre Überraschung und besonders ihr durchaus langes Verharren. Selbst wenn es nur eine halbe Minute betrug, die sie sich zur Betrachtung der Szene Zeit ließ, kam es mir wie eine Ewigkeit vor.

Varianten der Tage danach werden folgen...

... link (0 Kommentare)   ... comment