Freitag, 24. Januar 2014
Ausgesperrt
Es fing alles damit an, dass ich in im Alter von 18 Jahren in unseren Kellerraum zum "Relaxen" ging. Damit fing ich natürlich schon viel früher an, meist schob ich ein Hobby vor, wenn ich es daheim von meiner Mutter ungestört dort treiben wollte. Der Charme des Raumes lag nicht in seiner Innenausstattung, sondern weil Frau Schreiber nebenan ihren Kellerraum hatte und nur eine dünne Holzbrettertür diesen zum Gang verschloss. Sehr oft kam sie nicht hinunter, doch sie lagerte ihre Wasserkisten dort und wenn man Stunden im Keller verbrachte, stieg diese Möglichkeit. Ein weiterer Reiz lag darin, dass sie auch gerne mal durch die Tür ein "Wie geht's, wie steht's?" oder "Na Andy, wieder am Basteln?" rief. Ich antwortet dann recht knapp und gepresst, denn besonders verfänglich wurde diese Situation, wenn ich komplett nackt war. Natürlich wollte ich mich so nicht erwischen lassen und es blieb immer bei der Fantasie, ob sie anhand der Geräusche erahnen konnte, was ich wirklich tat.

Soweit die Anfänge. Doch später waren die "Man-könnte-mich-mit -viel-Pech-Erwischen-Träumereien" reizlos und ich suchte die Steigerung. Hierzu wählte ich einen Tag, an dem meine Mutter auf der Arbeit war.Vom Erdgeschoss lief ich mit Wohnungs-, Briefkasten- und Kellerschlüssel in den Keller und überlegte, wie ich mich für eine längere Zeit Zwangsaussperren könnte. Hierzu kam ich dann auf folgende gewagte Lösung:

Ich gegab mich wieder in die Wohnung und zog mich komplett aus. Auf dem Hausflur schloss ich dann die Wohnungstür doppelt ab, sodass auch ein schnelles Zurück zeitlich gehemmt wurde.
Den Wohnungsschlüssel warf ich dann im Vorbeigehen in den Briefkasten ein. Nun hatte ich noch Keller- und Briefkastenschlüssel. Den Briefkastenschlüssel legte ich im Kellerraum ab, verschloss danach den Kellerraum. Diesen Kellerschlüssel brachte ich dann wieder hoch zu unserer Wohnungstür, wo ich diesen unter die Fußmatte legte.
Danach ging ich mit rasendem Herzen zurück in den Kellergang. Dort konnte ich mich nur im Fahrradkeller gegenüber der Eingangstür zum Keller "verstecken". Die Eingangstür zum Keller war aufgekeilt und der Fahrradkeller war auch immer weit geöffnet. Hinter dieser Tür wäre ein Verstecken nur dann erfolgreich gewesen, wenn niemand etwas aus dem Fahrradkeller holen wollte.

Im Eingang des Kellers konnte ich in den Flur hochlauschen, ob jemand die Treppe herunterkam. Auch konnte ich durch die blickdichte Glastür sehen, wer vor dem Hauseingang stand und aufschloss. Zwei Frauen kamen in der halben Stunde meines Tuns durch die Haustür und eine davon kurz in ihren Keller. Die geöffnete Fahrradkellertür bewahrte mich vor der Entdeckung.
Als sie wieder weg war, konnte ich meine Erregung über diese ungeheuerliche Tat kaum aushalten und entlud mich in einem Wasserablaufgulli des Betonbodens.

Ohne die antreibende Erregung war die umgekehrte Reihenfolge des Aufschließens quälend langsam und erschien mir gleich monströs dämlich, denn keine Ausrede hätte meine Entdeckung entschuldigen können.

Daher blieb es bei diesem einen Durchlauf, doch die Erinnerungen daran waren danach noch lange Zeit im Filmarchiv meines Kopfkinos.

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