Sonntag, 2. Februar 2014
Bürogeheimnisse
Es begann alles damit, dass in meiner Firma zwei befreundete Bürokräfte arbeiteten, die mit einem weiteren Kollegen und mir einen Raum im ersten Stock teilten. Beide waren durchweg attraktiv, doch eine Kontaktaufnahme außerhalb des Firmenlebens wäre für mich aussichtslos gewesen.
Um mich dennoch in ihren Fokus zu bringen, bedurfte es eines Tricks.
Beide hätten gut als "Tratschweiber" umschrieben werden können. Lästern und das Aufsaugen jedes Gerüchts war eine willkommene Abwechslung. Einhergehende Neugier machte ich mir für meinen Plan zunutze.

Mittagspausen wurden oft im Büro verbracht, wenn man nicht anliegende Imbissbuden aufsuchte.
Es bedurfte langen Wartens um den perfekten Moment abzupassen. An einem diesigen Novembertag kamen beide schon mit Salatbeuteln ins Büro, sodass ihre Mittagspause dort stattfinden sollte. Der Kollge war krankgeschrieben und somit waren sie nach meiner Abmeldung in die Mittagspause "unbeobachtet".

Das stimmte nur zum Teil, denn mein Mittagessen in Form von belegten Broten befand sich in meinem Wagen, den ich so auf der anderen Straßenseite geparkt hatte, dass ich noch Blick ins Büro hatte. Natürlich sah ich nur Kopf bis Schultern, aber für meine Zwecke war das ausreichend.

Mit einem von meinem Handy getätigten Anruf lockte ich eine auf meine Schreibtischseite. Beim Aufnehmen des Hörers bewegte das Telefonhörerkabel das "zufällig" eingefädelte Mauskabel und der schwarze Bildschirm meines PCs erwachte. Noch bevor sie sich melden konnte, hatte ich bereits aufgelegt.
Das Verharren vor dem Bildschirm und ihr angestrahltes Gesicht verrieten mir, dass sie mein privates E-Mail-Account vor sich hatte, welches ich offensichtlich vergessen hatte zu schließen.

Wochen zuvor hatte ich diesen Account geschaffen und einen besonders auffällieg Namen gewählt: lustsklave@gmx.de Auch erschuf ich andere Konten, von denen ich mir selber E-Mails schrieb, die auf eine fingierte Kontaktanzeige antwortete. In der nun vor ihr geöffneten Mail standen die wichtigsten Eckdaten meiner Scharade. Eine Jessica wollte mehr von mir wissen, bla, bla, was ich denn alles so tun möchte, um sie zu beeindrucken und das Wichtigste: ich sollte ihr aussagekräftige Fotos von mir senden, dann würde sie mir auch getragene Wäsche per Post senden oder gegen Bezahlung auf andere Weise zukommen lassen.

Der E-Mailverlauf verriet auch, was ich ihr zuvor darauf geantwortet hatte, dass ich durchaus akzeptieren könnte, wenn sie sich nicht sofort mir zu erkennen geben möchte, ich ihr vorschlug, sie könne die Wäsche in mein geparktes Auto werfen (Fenster einen Spalt offen) und dort im rechten Außenspiegel den eingeklebten Geldschein vorfinden. Tagsüber würde ich das Auto immer in der Nähe meiner Arbeitsstelle parken, sodass sie ein großes Zeitfenster hätte, um ohne mein Aufkreuzen diesen Deal durchführen könnte.

Selbstverständlich fanden sich auch noch Passagen meiner Kontaktanzeige in den Antworten, damit meine Kolleginnen ausreichend informiert waren. Jessica erwähnte: "... besonders gut gefällt mir deine zeigefreudige Art, freue mich auf deine schmutzigsten Geheimnisse" usw.

Aus der Ferne konnte ich die Hand zum Mund gehen sehen, was ihre Überraschung wiederspiegelte. Auch das Herbeirufen ihrer Kollegin, die ihren Salatteller in der Hand hielt signalisierte, dass sie im Bilde waren.

Erst als sie sich zum Fenster drehten, um den Ausdruck vom Drucker auf der Fensterbank zu nehmen, wusste ich auch, dass dieses Geheimnis gepflanzt war und zu keimen versprach.

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